
Der Rauchmantel – auch Pluviale oder Vespermantel genannt – ist eines der eindrucksvollsten liturgischen Gewänder. Mit seinem weiten, halbrunden Schnitt und dem reichen Faltenwurf prägt er feierliche Prozessionen und Andachten. Dieser Beitrag erklärt, wann der Rauchmantel getragen wird und was ihn auszeichnet.
Was ist ein Rauchmantel?
Der Rauchmantel ist ein weiter, halbkreisförmiger Mantel, der vorne offen ist und mit einer Schließe (dem sogenannten Mantelschließen oder einer Kordel) zusammengehalten wird. Seinen deutschen Namen verdankt er dem Weihrauch: Er wird häufig bei Prozessionen und Segnungen getragen, bei denen der Priester mit dem Allerheiligsten durch die Gemeinde zieht.
Anders als die Kasel ist der Rauchmantel kein Messgewand – er wird außerhalb der Heiligen Messe verwendet. Den Unterschied der Gewänder erklären wir im Beitrag Was ist ein liturgisches Gewand?
Wann wird der Rauchmantel getragen?
- Eucharistische Prozessionen, etwa an Fronleichnam
- Segnungen mit dem Allerheiligsten (Eucharistischer Segen)
- Vesper und Andachten – daher auch der Name Vespermantel
- Beerdigungen und Bittprozessionen
- Feierliche Einzüge in der Kar- und Osterliturgie
Die Farbe richtet sich – wie bei allen liturgischen Gewändern – nach dem Anlass: Weiß und Gold für Hochfeste, Rot für Pfingsten und Märtyrerfeste, Violett in der Fastenzeit, Schwarz für Requiem. Einen Überblick gibt unser Beitrag Was sind liturgische Farben?
Schnitt, Material und Verzierung
Ein hochwertiger Rauchmantel wird aus edlen Stoffen wie Damast, Brokat oder feiner Wolle gefertigt. Typisch sind eine reich bestickte Stola entlang der vorderen Kanten und ein aufwendig gestalteter Rückenschild (das sogenannte Schild oder „clipeus“) mit Motiven wie IHS, Kreuz oder Heiligenfiguren.
In unserem Sortiment finden Sie Rauchmäntel in verschiedenen Farben und Ausführungen – von schlichten Modellen bis zu festlich bestickten Gewändern. Ein beliebtes Beispiel ist der IHS-bestickte Rauchmantel in Ecru.
Passend dazu: Baldachin und Velum
Bei großen Prozessionen gehören zum Rauchmantel oft weitere textile Elemente: der Prozessionsbaldachin, unter dem das Allerheiligste getragen wird, sowie das Schultervelum für den würdigen Transport von Kelch oder Monstranz. Alle drei sollten farblich aufeinander abgestimmt sein.
Pflege und Aufbewahrung
Rauchmäntel sind schwer und empfindlich – hängen Sie sie nach Gebrauch auf einen stabilen, gepolsterten Bügel und lagern Sie sie hängend, nicht gefaltet. So vermeiden Sie Knickfalten im Brokat. Flecken auf Stickereien sollten nur von Fachhand gereinigt werden.
Worauf beim Kauf achten?
Achten Sie auf ein angenehmes Gewicht, einen sauberen Faltenwurf und eine hochwertige Schließe. Prüfen Sie außerdem, ob Stola und Rückenschild zur restlichen Paramentik Ihrer Gemeinde passen. In unserem Sortiment für Rauchmäntel finden Sie Gewänder für jede liturgische Zeit.
Das könnte Sie auch interessieren: Altartücher und Paramente: Bedeutung und Pflege und Kasel: römischer oder gotischer Schnitt?

